Deutsches U-Boot-Museum

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Morgan, Daniel

Literatur > Buchbesprechungen > Autoren M - P

Daniel Morgan und Bruce Taylor
U-Boat Attack Logs – A Complete Record of Warship Sinkings from Original Sources 1939-1945,
Seaforth Publishing, Barnsley, Oktober 2011, ISBN 978-1-84832-118-2, 36,00 Brit. Pounds

Ende 2011 veröffentlichte der britische Autor Daniel Morgan, zusammen mit seinem amerikanischen Kollegen Bruce Taylor, einen voluminösen und reich bebilderten Großband, der in bisher noch nicht erlebter Weise lücken-los sämtliche Begegnungen mit Kampfhandlungen zwischen U-Booten der Kriegsmarine und alliierten Kriegs-schiffen darstellt, die mit der Versenkung dieser Kriegsschiffe endeten.

Morgan und Taylor haben dabei eine in Wesentlichen auf reinen Fakten basierende Darstellung gewählt, die zum einen Auszüge aus den Kriegstagebüchern der beteiligten U-Boote, soweit vorhanden, nutzt und zum anderen die Umstände der Versenkungen zusammenfasst, angefangen von der Geschichte des betroffenen Kriegsschiffes, über das Rahmengeschehen der Begegnung, bis hin zur eigentlichen Versenkung und dem Schicksal der Be-satzung, sowie auch zur Geschichte des jeweiligen U-Bootes und seines Kommandanten.

Daniel Morgan hat hierzu neben der Abstützung auf angegebene 64 Autoren, Dienststellen und Internetkontakte auch umfangreich im Archiv des Deutschen U-Boot Museums recherchiert und dessen Material kräftig genutzt. Herausgekommen ist ein Werk von großer Qualität mit insgesamt 482 Seiten, darin 25 Seiten einer exzellent erläuternden Einleitung, 434 Seiten der eigentlichen Darstellung, 14 Seiten Index und 2 Seiten Bibliographie. Prof. Jürgen Rohwer hat dem Buch ein Vorwort mit höchstem Lob gewidmet.

Morgan und Taylor haben in ihrer Darstellung von insgesamt 109 Versenkungen alliierter Kriegsschiffe eine sehr willkommende Struktur gewählt, beginnend mit der Versenkung von HMS "Courageous" durch "U-29" am 17.09.1939 und endend mit HMS "Bullen" durch "U-775" am 06.12.1944. Die Versenkungen von 136 weiteren Kriegsschiffen der Alliierten werden nur listenmäßig aufgeführt, weil die dazu vorliegenden Quellen nicht in gleichem Umfang für die Darstellung genutzt werden konnten, wie bei den ausführlicher Beschriebenen, zumeist bedingt durch nicht vorhandene Kriegstagebücher der beteiligten U-Boote. Jede der 109 ausführlicher dargestell-ten Versenkungen stellt also das jeweils beteiligte Kriegsschiff und U-Boot mit Bild und Lebenslauf dar, schildert den Ablauf der Versenkung anhand des im Detail zitierten Kriegstagebuches des U-Bootes und macht weitere An-gaben zum Schicksal der Besatzung des betroffenen alliierten Kriegsschiffes sowie der des versenkenden U-Bootes.


Besondere Erwähnung verdient die umfangreiche Einleitung, welche nach einem Verzeichnis der benutzten Ab-kürzungen und Fachbegriffe eine in diesem Detaillierungsgrad und Umfang bislang nie erfolgte Darstellung zur Entstehung, Form und Inhalt, sowie Qualität von U-Boot Kriegstagebüchern der Kriegsmarine liefert. Hervorzuhe-ben dabei die Aussagen zu deren Wahrheitsgehalt, persönlichen Färbungen, aber auch faktisch feststellbaren Manipulationen, die die Arbeit eines jeden Rechercheurs mit KTB nun auf eine wesentlich verbesserte Grundlage stellen.


Das Buch mit seiner unglaublichen Fleißarbeit für das Aufarbeiten und Darstellen einer Unmenge von Details ver-dient eigentlich nur Lob und Anerkennung und kann vielfach nur mit Superlativen bewertet werden, seien es die allgemeinen Darstellungen und Bewertungen von KTB, die für deutsche Leser erstmalig in diesem Umfang über-setzten Kriegstagebücher zu den Angriffen mit vielen wertvollen Übersetzung der marinespezifischen Fachaus-drücke, die guten Gefechtsanalysen und die hilfreichen Zusammenfassungen zu den weiteren Umständen der Kampfhandlungen in See. Es fällt schwer, besondere Kritikpunkte zu nennen, auch sind angesichts der Datenfülle keine nennenswerten Fehler in den Fakten herauszustellen. Selbst wenn der eine oder andere mit den im Buch getroffenen Wertungen zu KTB, Taktiken und Waffeneinsatzverfahren, Technik und handelnden Personen nicht einverstanden sein mag, gibt es eigentlich keinen Grund für grundsätzliche Kritik am Buch angesichts der gewis-senhaften Gesamtleistung seiner beiden Autoren.

Fazit
Morgan und Taylor haben mit ihrem bislang nur im englischsprachigen Original erschienenen Buch ein einzigarti-ges Werk veröffentlicht, das jedem an Marinegeschichte Interessierten unbedingt empfohlen werden kann.

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